Diabetes mellitus

Das Hormon Insulin reguliert den Zuckerstoffwechsel. Es wird in der Bauchspeicheldrüse erzeugt. Bei einer chronischen Blutzuckererhöhung spricht man von einem Diabetes mellitus. Ursache ist entweder eine gestörte Insulinausschüttung, eine verminderte Insulinwirkung oder eine Kombination von beidem. In Deutschland geht man heute davon aus, dass ca. 8% der Bevölkerung an einem Diabetes mellitus erkrankt sind. Er ist somit eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen in den Industrieländern, bei der es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Komplikationen kommen kann. Dafür gibt es zwei Gründe: Diabetes wird zu spät entdeckt und wird häufig immer noch unterschätzt! Man unterscheidet folgende Formen des Diabetes mellitus:

Typ-1-Diabetes

Über 300.000 Menschen sind in Deutschland an Typ-1-Diabetes erkrankt. Bei dieser Autoimmunerkrankung kommt es zur Entwicklung von Antikörpern, die die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse angreifen. Letztendlich sterben diese Zellen ab, was zu einem Insulinmangel führt. Bei Insulinmangel können Muskulatur, Fettgewebe und Leber keine Glukose aufnehmen, der Blutzuckerspiegel steigt. Die Therapie besteht aus Spritzen des fehlenden Insulins. Moderne Therapieformen wie die intensivierte Insulintherapie oder die Insulingabe über eine Pumpe erlauben es, ein weitgehend normales Leben zu führen.

Typ-2-Diabetes

Beim Typ-2-Diabetes kommt es infolge einer erblichen Veranlagung in Kombination mit Übergewicht und geringer körperlicher Betätigung zu einer verminderten Empfindlichkeit gegenüber Insulin. Rund 7 Millionen Menschen in Deutschland sind an Typ-2-Diabetes erkrankt. Zudem gibt es eine hohe Anzahl nicht erkannter Fälle. Viele Betroffene müssen im Verlauf von einigen Jahren von Tabletten auf Insulin eingestellt werden. In Deutschland erhalten bereits mehr als 1 Million Menschen mit Typ 2-Diabetes Insulin. 

Typ-3-Diabetes

Unter „Typ 3“-Diabetes werden die Diabetestypen zusammengefasst, die weder als Typ 1 noch als Typ 2 klassifiziert werden können. Häufig sind es Erbvarianten oder Auswirkungen anderer Grunderkrankungen.

Beispiele:  

  • MODY-Diabetes: Etwa ein bis zwei Prozent der Menschen mit Diabetes sind betroffen. Zugrunde liegt ein genetischer Defekt, der die Funktion der Zellen in der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigt.   
  • Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse: Entzündungen, Operationen oder Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse können zu einem Diabetes führen.   
  • Medikamente: Einige Medikamente wie zum Beispiel Kortison erhöhen den Blutzuckerspiegel und verringern die Insulinempfindlichkeit.   
  • Stoffwechselerkrankungen: Eine Überfunktion der Schilddrüse oder die vermehrte Produktion von Kortison bei einem Cushing-Syndrom können einen Diabetes auslösen. 

Schwangerschaftsdiabetes

Hier handelt es sich um eine erstmals in der Schwangerschaft diagnostizierte Glukose-Toleranzstörung, die auch als Gestationsdiabetes (GDM) bezeichnet wird. Die Störung des Zuckerhaushaltes ist direkt nach der Entbindung in den meisten Fällen nicht mehr nachweisbar. Beim Gestationsdiabetes kann der schwangerschaftsbedingte Mehrbedarf an Insulin nicht mehr gedeckt werden. Zur Entstehung des Schwangerschaftsdiabtes tragen familiäre Diabetesbelastungen, höheres Lebensalter, Bewegungsmangel und Übergewicht bei.

Hinzu kommt eine stärkere Stoffwechselbelastung durch die Schwangerschaftshormone. Erhöhte Blutzuckerwerte der Mutter können zu übermäßigem Wachstum der Kinder, einer vermehrten Fruchtwassermenge, geburtshilflichen Problemen und Anpassungsstörungen des Kindes nach der Geburt (z.B.: Unterzuckerung des Neugeborenen) führen. In etwa 80% aller Fälle genügt zur Therapie bereits eine vollwertige, gesunde Ernährung, vermehrte Bewegung und Gewichtskontrolle. In manchen Fällen ist zusätzlich eine Insulinbehandlung bis zur Entbindung erforderlich. Wichtig ist auch eine Nachsorge der Mutter. Ein erster Termin mit Zuckerbelastungstest sollte üblicherweise zwei Monate nach der Entbindung erfolgen

Betreuung von Schwangeren mit Typ-1-Diabetes

Bereits vor Eintritt der Schwangerschaft sollte der Diabetes so gut wie möglich eingestellt sein. Manchmal ist dazu die Umstellung auf eine Insulinpumpe sinnvoll. Die Schwangere sollte 6 bis 8 mal pro Tag ihren Blutzucker kontrollieren. Der mittlere selbst gemessene Blutzucker liegt im Optimalfall zwischen 80 und 100 mg/dl.

In der Sprechstunde werden in 2- bis 4-wöchigen Abständen die Blutzuckertagesprofile besprochen und die Insulintherapie angepasst. Im letzten Schwangerschaftsdrittel sollte sich die Schwangere in ihrer Geburtsklinik vorstellen. Wurde früher eine Einleitung der Geburt aus Angst vor Komplikationen weit vor dem errechneten Termin angestrebt, kann heute bei guter Stoffwechseleinstellung eine Entbindung zum vorgesehenen Termin angestrebt werden.

Beratung und Behandlung bei medizinisch-psychologischen Problemen

Eines der wichtigsten Behandlungsziele für Menschen mit Diabetes ist ihr seelisches Wohlbefinden. Nicht selten sind psychische Probleme die Ursache für die Schwierigkeiten im Umgang mit der Erkrankung und der erforderlichen Therapie.

Manche Menschen erleben ihren Diabetes als Belastung oder Einschränkung, andere Menschen haben Ängste, fühlen sich niedergeschlagen, oder sind durch die lebenslängliche Behandlungsanforderung erschöpft. Oft brauchen andere Belastungsfaktoren (beruflicher Stress, familiäre Schwierigkeiten, persönliche Krisen) so viel Energie, dass der Diabetes "zu kurz kommt".

Die diabetespsychologische Beratung kann Betroffene und ihren Angehörigen darin unterstützen, wieder in ein stabiles Gleichgewicht zu kommen. Gemeinsam kann herausgefunden werden, was mögliche Hintergründe und Ursachen für die persönlichen Schwierigkeiten sein können. Ziel ist es dann, Veränderungsideen zu entwickeln, die wieder zu mehr Lebenszufriedenheit führen.

Beratungsangebot

Wir wollen sie darin unterstützen, bei verschiedenen Fragen Lösungen zu finden, z.B. :

  • Krankheitsbewältigung
  • Behandlungsmotivation
  • Entwicklung von Angstsymptomen
  • Stimmungsschwankungen und Depression
  • Hypoglykämiewahrnehmungsprobleme
  • Persönliche Probleme oder schwierige Lebensumstände, die einer zufriedenstellenden Diabetesbehandlung entgegenstehen 

Öffnungszeiten

Montag:   08:00 - 17:30 Uhr
Dienstag:08:00 - 17:30 Uhr
Mittwoch:08:00 - 12:30 Uhr
14:00 - 17:30 Uhr
Donnerstag:08:00 - 18:30 Uhr
Freitag:08:00 - 12:00 Uhr
Samstag:geschlossen
Sonntag:geschlossen

Kontakt

Telefon (0711) 47 08 98 -0

Telefax (0711) 47 08 98 -11

Mail: kontakt@endokrinologie-im-zentrum.de


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